Auswahlkriterien für die Anschaffung eines Etikettendruckers

Etikettendrucker (auch Labelwriter genannt) erfüllen eine wichtige Aufgabe in Büros und im eigenen Zuhause – mit ihrer Hilfe lässt sich Ordnung ins Papierdurcheinander bringen. Je nach Bedarf gibt es Etikettendrucker in den verschiedensten Ausführungen, was die Auswahl des passenden Geräts nicht gerade einfacher werden lässt. Wir beschäftigen uns mit den verschiedenen Anforderungsprofilen, damit der richtige Etikettendrucker ausgewählt und beschafft werden kann:

Saubere Beschriftung für Ordnerrücken, CDs und andere sortierbare Gegenstände

Ein Etikettendrucker ist im Grunde nichts anderes als ein Beschriftungsgerät, mit dessen Hilfe man alle möglichen sortierbaren Gegenstände gleichbleibend sauber etikettieren kann. Einige dieser Drucker können über spezielle Software sogar Etiketten drucken, die besonders ausgestaltet wurden, da grafische Elemente umgesetzt werden können. Ob und welcher Etikettendrucker der richtige ist, entscheidet sich auf der Basis zweier Grundsteine:

• Technische Voraussetzungen am Einsatzort
• Leistungsfähigkeit entsprechend des gewünschten Anforderungsprofils

 

Diese technischen Voraussetzungen müssen vorab geprüft werden

Bevor der Etikettendrucker beschafft werden kann, müssen die technischen Möglichkeiten geklärt sein, die am vorgesehenen Standort vorhanden sind. Hier eine kurze Übersicht zu den wichtigsten Prüfpunkten:

  • Welche Arten von Anschlussmöglichkeiten sind vorhanden?
    Etikettendrucker können mit verschiedenen Anschlussmöglichkeiten geliefert werden. Gängig sind u.a. USB, USB 2, USB 3, LPT & serielle Stecker – nicht jeder PC wird heutzutage noch mit LPT- bzw. serieller Schnittstelle ausgerüstet, weshalb dieser Punkt besondere Aufmerksamkeit benötigt.
  • Wie hoch ist das zu erwartende Druckaufkommen pro Tag/Woche/Monat?
    Anhand des zu erwartenden Aufkommens lässt sich sehr gut auswerten, welche Labelwriter überhaupt in Frage kommen. Hier ist vor allem die Druckgeschwindigkeit interessant. Bei sehr geringem Druckaufkommen kann unter Umständen ein Drucker ausreichen, bei dem die Etiketten einzeln eingezogen und bedruckt werden. Bei größerem Aufkommen sollten Drucker von Vorzug bekommen, die ganze Etikettenbögen bzw. Etikettenrollen aufnehmen können.
  • Kann der Labelwriter aufgerüstet werden, wenn das Druckaufkommen steigt?
    Vor allem im geschäftlichen Bereich sind ökonomische Entscheidungen maßgeblich für den Erfolg eines Unternehmens. Die Beschaffung eines Etikettendruckers sollte aus diesem Grund auch auf der Maßgabe der Erweiterbarkeit erledigt werden. Wenn sich ansteigendes Druckvolumen durch kostengünstige Erweiterungen des Druckers umsetzen lässt, ist dieses Kriterium eines der Wichtigsten. Es gibt Etikettendrucker, deren Druckkopf austauschbar ist. Dadurch kann ein und derselbe Drucker durchaus verschiedene Auflösungen abbilden. Es bietet sich an, das Wunschmodell auf diese Option hin zu prüfen.
  • Kann der Etikettendrucker verschiedene Etikettenformate handhaben?
    Etiketten für Orderrücken, CDs bzw. DVDs und/oder Warenauszeichnung haben allesamt völlig unterschiedliche Formate (Größe, Form). Ist abzusehen, dass Labels verschiedener Größen gedruckt werden müssen, sollte der Labelwriter die entsprechenden Etikettenformate ohne größere Probleme handhaben können.
  • Wird der Etikettendrucker an einem festen Platz stehen oder muss er mobil funktionieren?
    Es gibt sowohl fixierte als auch mobile Etikettendrucker. Drucker, die ihren festen Standort haben, können deutlich größer ausfallen als ihre mobilen Pendants – mobile Etikettendrucker können aufgrund ihrer geringen Größe nur mit einem sehr begrenzten Funktionsumfang aufwarten. Auch muss man darauf achten, dass die Beschriftungen, die man über den mobilen Etikettendrucker herstellen kann, in der Regel über sogenannte Beschriftungsbänder erfolgen.
  • Welche Auflösungen werden voraussichtlich genutzt und wie lange muss das Druckergebnis gut sichtbar sein?
    Die notwendige Druckqualität, mit der die Labeldrucke erstellt werden, ist, wie die anderen Punkte, ein wichtiges Kriterium. Zu achten ist in diesem Fall auf die angegebene maximale Auflösung, die der Drucker abbilden kann. Zusätzlich spielt auch die Dauer der optimalen Lesbarkeit der Etiketten eine wichtige Rolle. Thermodrucker* sind meistens schneller als Tinten- und Laserdrucker*, allerdings verblassen die Aufdrucke in heller Umgebung relativ schnell.

*Entsprechend der notwendigen Lebensdauer eines Etikettenaufdrucks sollte man die verschiedenen Drucktechniken kennen, um eine fundierte Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Drucktechnik treffen zu können. Nachfolgend werden die 3 primären Drucktechniken mit ihren Vor- und Nachteilen übersichtlich dargestellt.

 

Eignung der Etikettendruckverfahren in der täglichen Praxis

Je nach Verwendungszweck sind die unterschiedlichen Druckverfahren mehr oder weniger gut für den praktischen Alltagseinsatz geeignet. Nachfolgend ein paar Beispiele aus der praktisch angewandten Welt des Etikettendrucks:


Thermodirekt-Drucker
Etiketten, die mit Thermodirekt-Druckern erstellt werden, finden sich vor allem im Versandhandel, im Speditionsbereich und an Supermarktkassen. Der genannte Nachteil, dass diese Etiketten keine längerfristige Haltbarkeit (die Lesbarkeit nimmt vergleichsweise schnell ab) mitbringen, spielt in diesen Bereichen keine ernsthafte Rolle.

Vorteile
– Preiswerte Etikette
– Kompakte Bauweise – mobile Version möglich
– Trägerlose Etiketten können genutzt werden

Nachteile
– Lebenszeit der Etiketten
– Können ausschließlich auf Thermopapier drucken
– Verfärbt sich bei größerer Wärmeentwicklung schwarz und wird unlesbar.


Thermotransfer-Drucker
Beschriftungen, die über Etiketten durch Thermotransfer-Drucker erstellt werden, bieten eine deutlich bessere Haltbarkeit als das vorgenannte Etikettendruckverfahren. Derartig beschriftete Etiketten werden häufig für die Beschriftung von Geräten und Produkten im Handel verwendet.

Vorteile
– Druckergebnis hält lange an
– Es können verschiedene Materialien bedruckt werden
– Besonders vielseitig einsetzbar
– Besonders vielseitig einsetzbar

Nachteile
– Unterhaltskosten vergleichsweise hoch – es wird ein zusätzliches Farbband benötigt
– Die korrekte Handhabung benötigt ein wenig Erfahrung.
– Durch den Verbrauch von Farbbändern und Transferfolien wird zusätzlicher Müll produziert
– Mehrfarbige Ausdrucke sind möglich Für den Farbdruck werden zusätzliche Farbbänder benötigt


Tintenstrahl-Drucker
Tintenstrahldrucker sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, sind aber für die Beschriftung größerer Etikettenstückzahlen ungeeignet. Die schlechte Eignung ergibt sich aus den vergleichsweise hohen Druckkosten je Stück, da die Tintenpatronen schnell aufgebraucht sind. Bei geringem Druckaufkommen können Tintenstrahldrucker aber durchaus sinnvoll sein – wenn z.B. grafisch ausgestaltete Etiketten in geringen Stückzahlen erstellt werden sollen.

Vorteile
– Preiswerte Erstanschaffung
– Druck im ganzen Farbspektrum möglich
– Viele verschiedene Etikettenformate möglich
– Notwendige Etiketten sind vergleichsweise preiswert beschaffbar

Nachteile
– Teuer im Unterhalt durch häufiges Nachkaufen von Tintenpatronen
– Nicht jedes Etikettenmaterial ist für den Tintendruck geeignet
– Durch den Verbrauch der Tintenpatronen fällt viel Müll an
– Nur bei geringen Stückzahlen sinnvoll


Qualität des Etikettendrucks – die Druckauflösung spielt eine wichtige Rolle

Abhängig von der Zielsetzung ist die Druckqualität maßgeblich, wenn ein Beschriftungsgerät angeschafft werden soll. Die Qualität des Ausdrucks wird in der Regel mit dem Kürzel „dpi“ angegeben, was für „Dots per Inch“ steht (Anzahl der Bildpunkte je Zoll). Dementsprechend wird die Auflösung bzw. Qualität des Ausdrucks besser, je höher die angegebene dpi-Zahl ist. Die gängigen Labelwriter werden mit Auflösungen zwischen 203 dpi und 600 dpi verkauft. Es gibt zwar Etikettendrucker, die bessere Auflösungen anbieten, die sind aber wesentlich teurer im Anschaffungspreis.

 

Anwendungsbeispiele für verschiedene Auflösungen
Je nachdem, mit welcher Druckauflösung die Etikettendrucker angeboten werden, unterscheiden sie sich preislich deutlich voneinander. Damit man besser abschätzen kann, nach welcher Auflösung man suchen muss, folgen im Anschluss ein paar Informationen zu diesem Themenbereich.

  • Etikettendrucker mit 203 dpi
    Diese Drucker sind ausreichend, wenn nur einfache 1-D Barcodes oder sehr grobe Grafiken gedruckt werden sollen.
  • Etikettendrucker mit 300 dpi
    Drucker, die 300 dpi als Druckauflösung erreichen, können für größere 2-D Barcodes verwendet werden, die zusätzlich mit kleinerer Beschriftung versehen werden.
  • Etikettendrucker mit 600 dpi
    Bei einer Auflösung von 600 dpi können Etiketten zeitglich mit 2-D Barcodes, kleiner Schrift und kleinen Grafiken umgesetzt werden, ohne befürchten zu müssen, dass der Barcode und/oder die aufgedruckte Schrift unleserlich werden.

Links:
http://www.etikettenvorlagen-download.de/
http://www.ident24.de/barcodesysteme/Etikettendrucker/
https://www.test.de/Drucker-Brillante-Drucke-unter-2-Cent-1847254-0/8